Anfang des 20. Jahrhunderts erkrankten immer mehr Menschen an Lungentuberkulose, daher wurde am 14. Februar 1906 der Bau einer Heilanstalt beschlossen. Der „Verein für bedürftige Lungenkranke plante die Anstalt auf einem ca. 28 Hektar großen Waldkomplex zwischen Stöcken und Berenbostel. Die Königliche Klosterkammer als Eigentümerin des Waldes erklärte sich bereit, einen Teil ihres Grundstückes (achteinhalb Hektar) abzugeben. Die Baukosten für die Errichtung der Heilstätte konnten durch die Bürgschaft der Landesversicherungsanstalt Hannover abgesichert werden.

Nach einjähriger Bauzeit der im sogenannten Pavillonstil errichteten Anstalt, wurde das Heidehaus am 2. Juni 1907 feierlich eröffnet. Begonnen wurde mit 102 Betten, doch die Zahl der Betten stieg bis zum Ersten Weltkrieg auf über 200 Betten. In dieser Zeit waren vier Ärzte, zehn Schwestern und 50 übrige Bedienstete beschäftigt. Während und nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Heilanstalt erst von dem Provinzialverein zur Bekämpfung der Tuberkulose vergrößert und nachher von der Stadt Hannover wegen der Kriegsspuren an der Bausubstanz renoviert. Außerdem wurde die Warmwasseranlage modernisiert und ein neues Küchengebäude errichtet. In den Jahren 1926/27 entstand zudem ein neues Operationsgebäude mit einer Röntgenabteilung und daneben ein Neubau für Frischoperierte.

Durch die Neubauten verfügte die Heilanstalt Heidehaus zu jener Zeit über 286 Betten. Im Jahre 1937 wurde zwischen den Häusern 1 und 2 eine Verbindung geschaffen, sodass beide Häuser nun eine Einheit mit zwei Patienten-Stationen bildeten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bautätigkeit fortgesetzt. So entstanden in den fünfziger Jahren nach einem Abriss des Maschinenhauses ein Verwaltungstrakt, sowie der Wirtschaftshof mit Kesselhaus, Wäscherei, Werkstätten und Lagerraum. 1966 wurde ein Schwesternhaus fertiggestellt und 1967 konnte der Neubau von Haus 14 übergeben werden. Dieses beherbergte nun auf vier Etagen zwei Patienten-Stationen mit je 25 Betten, eine ärztliche Abteilung mit Ambulanz sowie Funktionsbereiche. 1961 verkaufte der Allgemeine Hannoversche Klosterfonds das gesamte rund 28 Hektar große Grundstück an die Stadt Hannover, die damit Eigentümerin des Areals wurde.

Während bis 1962 in der inzwischen umbenannten Lungenklinik Heidehaus ausschließlich Tuberkulosekranke behandelt wurden, fand ab 1963 eine allmähliche Umstrukturierung zur Spezialklinik für alle Lungen- und Bronchialerkrankungen statt. 1980 wurde die Lungenklinik in Krankenhaus Heidehaus umbenannt. Durch den Ausbau der B6 und der Autobahnanschlussstelle Hannover-Herrenhausen musste die Haupteinfahrt des Heidehauses Mitte 1992 etwa 300 Meter weiter nach Westen verlegt werden. Mit der neuen Zufahrt entstanden ein neues Pförtnerhaus, sowie ein Parkplatz mit 170 Stellplätzen für Besucher und Personal. Das Krankenhaus Heidehaus, einer der größten Spezialkliniken für Atemwegs- und Lungenerkrankungen in Deutschland, zog im Mai 2005 ins Klinikum Region Hannover-Oststadt um. Seitdem standen die Gebäude und das umliegende Gelände leer. Seit April 2008 befindet sich das Gelände im Privatbesitz der Topas GmbH, die das Areal vom Klinikum Region Hannover gekauft hat. Das Garbsener Unternehmen hat die historische Anlage mit teilweise denkmalgeschützten Gebäuden in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt zu einer exklusiven Seniorenresidenz umgebaut.

Seit Frühling 2009 sanierte das Unternehmen den t-förmigen Gebäudekomplex, in dem sich vorher die ehemaligen Operationssäle und das Bettenhaus befanden. Heute genießen in der Seniorenresidenz Heidehaus, unter der Leitung von Familie Hahne, 160 Senioren ihr neues Zuhause. Das ehemalige Schwesternwohnheim wurde zu einem Apartmenthaus umgebaut. Die verschiedenen Häuser wurden in ihrem Stil bestehen gelassen, jedoch von innen und außen saniert. Diese wurden unter anderem von mittlerweile drei Kindergärten bezogen, sowie verschiedenen Firmen und ein Verwaltungshaus für das Heidehaus. Auch die Tierresidenz und die Radiologie bringen Leben in das geschichtsträchtige Heidehausgelände. Viele weitere Häuser stehen noch zur Sanierung bereit.

Anfangszeit in der Seniorenresidenz Heidehaus
Als am 01.02.2010 die Seniorenresidenz Heidehaus ihre Pforten öffnete, stand erst einmal die dritte Etage für die Bewohner bereit. Nach und nach wurden die anderen Etagen fertiggestellt und alle wurden schnell belegt. Auch ein Kurzzeitpflegebereich entstand und dem Park wurde mit viel Mühe neuer Glanz verliehen. Die verschiedenen Etagen wurden mit viel Geschmack und liebevollen Details von der Seniorchefin Marga Hahne eingerichtet. Aber auch in den weiteren Jahren gab es immer wieder Veränderungen, so wie zuletzt der Umbau der Ergotherapiegruppenräume in neue Zimmer, der neu entstandene Festsaal und der Snoezelraum. Die Seniorenresidenz Heidehaus ist stets bemüht, den Bewohnerinnen und Bewohnern das bestmöglichste Zuhause zu bieten.